So meine Schätzeckens, ich werde die Provinz nun verlassen, erstma für ein paar Tage, anschließend komm ich noch einmal her
und dann gehts in Touristenleben. An sich hat mir das Dorf schon gefallen, aber ich weiß nicht ich kann die Armut nicht sehen. Das tut mir richtig leid hier.
Vorallem meine kleinen Cousins und meine Cousine. Ich bezweifel stark, dass sie in die Schule gehen können. Deshalb werden sie, das Dorf nie verlassen, genau wie ihre Eltern, genau wie deren Eltern, nur wird auch hier alles immer teurer und iwann wird kein Geld mehr von der besser betuchten Family geschickt.
Meine Mum hat 9 Geschwister. Meine Mum ist die älteste, sie wurde von ihrer Oma adoptiert, da Ihre Mutter noch sehr jung war und kein Geld hatte.
Danach kommt Bap, die hat im Januar geheiratet, einen Franzosen, sie hat ein echt schönes Haus.
Rosa und Dudong sind Zwillinge, Rosa arbeitet als Kindermädchen in Manila, Dudong hat 2 Töchter, meine "ältesten" Cousinnen.
Thelma ist meine Lieblingstante, vllt auch weil ich sie am besten kenne. Sie lebt mit ihren 2 Kindern in Rostock.
Letty ist sowas wie ne Anwältin, sie lebt auch hier. Ist ziemlich gut verheiratet.
DongDong, den Onkel hab ich noch nie gesehen, meine Mutter erzählte immer er wäre verschollen, naja ihn gibts wieder. Ich hab keine Ahnung was er macht, ich weiß nur das er wegen Opa weggegangen ist.
Antin hat 4 Kinder und wohnt im Hinterhaus. Beide gehen nicht arbeiten, ka von was die leben.
Tutong, ist ein Bakla, er ging auch weg wegen Opa, ich glaube der verstand nicht, dass er schwul ist. Er ist Friseur(hallo klischee?) in Saudi Arabien.
Jason, der von meiner Mutter adoptiert wurde, damit er nach Deutschland kann. Um ein besseres Leben zu haben, aber dessen Weltschmerz einfach zu groß war. Was kann ich dazu noch sagen? Jemand, der mir bei gebracht hat, ein aufrichtiger Mensch zu sein. Er ist der Mensch, den ich am aller meisten auf der Welt liebe, auch jetzt noch. Er kam als Onkel und ging als Bruder.
Er sah immer anders aus als Jens und ich aber für mich war er mein Bruder. Ich hab das alles nie in Frage gestellt. Irgendwie ist es zuhause voll schlimm, ich denke sehr oft an ihn. Wie er wäre und wie es war als er als Kind hier war, der jüngste von 10 Kinder in einen 1 Zimmerhaus, ohne Zukunft. Meine Mutter ist die einzige, die ihre Schule fertig hat und halt meine Tante. Aber auch nur, weil meine Mutter ihr aus Deutschland Geld geschickt hat jeden Monat. Es ist kein Gutes Gefühl, dass ich habe. Sondern eher ein trauriges. Es erdrückt mich fast, ich reiß mich schon zusammen, dass ich nciht die ganze Zeit heule. Naja, morgen gehts ja weg hier, erstma ein paar Tage nach Tacloban, das befindet sich auch auf dieser Insel. Es sind ca 3 Stunden mit dem Bus. Bis zum 2, weil dort Fiesta ist, es ist eine Großstadt. Dort wohnen wir bei Verwandten. Danach gehts wieder für ein paar Tage nach Calubian. Anschließend gehts nach Negros, vllt geh ich dort sogar tauchen, wenn ich wieder gesund bin. Nach Negros gehts nach Cebu für ein paar Tage, nach Cebu fliegen wir auf Luzon - Mainla. Dort fahren wir mit dem Bus ne Woche nach Bagio, La Union. Dort haben meine und Änne's Mutter gearbeitet. Und zum Schluß gehts nach Manila. Danach bin ich fast schon zuhause, ob ich mich allerdings in der Zeit melden kann, ist fraglich.
Genug Gedanken und Pläne.
Mein Tag fing um 5 Uhr morgens an, die Nacht hatte bei mir erst um 2 angefangen, da meine Mutter einen herbsten Lachkrampf hatte. Sie hat ihr Handy noch auf deutscher Zeit, dabei sollte sie den Wecker stellen, als ich meinte stell den auf 11 Uhr, musste ich ihr wie immer erklären wieso.Nach langen bla bla meinte ich zu ihr:wie viel ist denn 11 Uhr abends plus 6 Stunden und sie meinte die ganze Zeit 17 Uhr. Manchmal ist sie wie ein Kind. Außerdem glaube ich, jeder der hier wohnt schnarcht. Morgens gings dann inne Kirche. Der Gottesdienst hier ist ganz anders als bei uns. Viel fröhlicher, der Pastor scheint wohl ein Scherzkeks zu sein.Leider hab ich ihn kaum verstanden. Die Lieder sind auch viel cooler. Da war so nen Typi mit E-Gitarre, der ist voll abgegangen. Religion ist hier ein ganz großes Thema. Heute wurden 2 Frauen in die Gemeindschaft aufgenommen, also gabs ne große Gaudi. Mit Letchon und Puto und so. Letchon ist ein ganzes Schwein, gebraten über offenen Feuer. Der Pastor sahs an meinem Tisch und hat mit mir sogar etwas Deutsch gesprochen, er hatte eine Pilger fahrt durch Deutschland gemacht. Manchmal frage ich mich, ob die Leute denken ich bin unfreundlich, weil ich nicht mit denen rede, aber selbst , die die Englisch reden versteh ich oft nicht. Anschließend ging es ins Krankenhaus. Meinem Bein gehts gar nicht gut. Ich musste sehr lange warten, aber ich hab 2 Tanten, die im Labor arbeiten, die das beschleunigt haben. Nun darf ich 4 verschiedene Pillen schlucken. Das Krankenhaus war total alt eingerichtet, als ich mich über die Philippinen informiert hab, hab ich schon gelesen, dass die dort ca 30 Jahre in der Ausstattung zurück liegen. Die Krankenzimmer sahen richtig schlimm aus. Da ist ne Jugendherberge moderner. In der Krankenschwesterstaion hing eine Statistik. Im letzten Monat waren inklusive Neugeborene 101 Leute in Behandlung. Ich frage mich echt, wie sie das Krankenhaus finazieren, dort hab ich bestimmt alleine 30 Krankenschwestern gesehen. Die Behandlung ging übrigens aufs Haus. Nur muss ich in ein paar Tagen wieder hin, wesgegen wir nochmal in die Provinz kommen. Als wir in der Apotheke waren, hab ich das Phamazeugnis der Tante gesehen, die hieß auch Ramirez. Ich hab hier eine wirklich sehr, sehr große Familie. Die meinten heute auch, ich bin eine Mendez, also ich sehe aus wie "The white version of Opa JohnJohn". Nun geh ich gleich zum Friedhof und danach zu irgendeiner Tante essen. Morgen wollten wir ja nach Tacloban, aber wir sind nun bei ner anderen Tante eingeladen, vllt gehts deswegen erst übermorgen los. Aber ich will da nicht hin, dass is ne Grapscherin, die hat mir anne Möpse gefasst und gefragt ob die echt sind qq
Was ich gelernt hab bis jetzt ist, Gesundheit ist ein Geschenk, man sollte sorgsam damit umgehen(eine Tante hat ein behindertes Kind hier, es ist einen Monat zu früh geboren, deshalb konnte es sich nicht vollkommen entwickeln)
Dann, es ist schön zu wissen woher man kommt, aber auch wo man hingehört(Es ist schön hier,mit der ganzen Familie, aber ich weiß auch, dass ich eigentlich nicht hierhin gehöre)
Und als letztes, dankbar sein für das, was man hat(nicht nur die Kinder in Afrika haben nichts zu essen, ich glaube nicht das die hier sonderlich viel haben, wenn meine Mutter es nicht kauft)